Systemisches Konfliktmanagement

 

Konfliktbearbeitung

Wir erleben Konflikte oft als belastend und störend, aber gleichzeitig gehören sie zum menschlichen Miteinander. Insbesondere an Orten wie Schulen, an denen man sich seine Mitmenschen nicht aussuchen kann und Auseinandersetzungen deshalb besonders gehäuft auftreten.

Ziel der Schulsozialarbeit am SBBZ ist daher, professionell mit Konflikten umzugehen und unsere Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, Auseinandersetzungen gewaltfrei auszutragen und konstruktive Lösungen zu finden.

So können Konflikte zu wertvollen Gelegenheiten für soziales Lernen und den Erwerb emotionaler Intelligenz werden. Die folgenden Angebote zur Konfliktlösung basieren auf dem Präventionsprogramm von „Konflikt-Kultur“.

Dabei wird nach den Prinzipien eines systemischen Konfliktmanagements gearbeitet und versucht, durch diverse Vorgespräche Konflikte in ihrer Dynamik differenziert wahrzunehmen, um die passende Konfliktlösungsstrategie anbieten zu können.

 

MEDIATION – Fair streiten, Konflikte gemeinsam lösen

Handelt es sich um einen „Streit“ zwischen zwei Kindern oder Jugendlichen, bei denen beide Beteiligten nahezu gleichermaßen viel Verantwortung tragen?

Viele Konflikte enden in einer Eskalationsspirale, weil jede Partei in ihren Gefühlen und Bedürfnissen verletzt ist und sich rächen möchte. Beide sind in der jeweils eigenen Sichtweise gefangen und suchen die Schuld beim Gegenüber. Weil keine Seite bereit ist, den ersten Schritt zu machen, können Missverständnisse nicht geklärt werden und die Fronten verhärten sich.

In solchen Fällen hilft ein festes Konfliktlösungsritual wie die Mediation, bei der die Schulsozialarbeit als dritte Person zwischen den Konfliktparteien vermittelt und hilft, das Recht auf gewaltfreie Konfliktlösung umzusetzen. Die Schulsozialarbeit bringt beide Seiten an einen Tisch, sorgt für eine konstruktive Gesprächsatmosphäre, hilft den Konflikt zu verstehen und unterstützt die Suche nach einer für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung.

TAT AUSGLEICH - Folgenkonfrontation, den sozialen Frieden (wieder) herstellen, den Schaden wiedergutmachen

Geht es nur um Rangeln und Raufen oder muss man von einer gewaltsamen, bedrohlichen Eskalation ausgehen? Ist bei dem Konflikt das „Verantwortungskonto“ eher einseitig?

An jeder Schule gibt es gewaltbereite Kinder und Jugendliche. Oft sind es nur wenige, doch sie sorgen bei den pädagogischen Fachkräften für eine enorme Arbeitsbelastung. Viele herkömmliche Interventionsmaßnahmen wie Strafen zeigen nicht die gewünschte Wirkung oder führen sogar zu einer Verschlimmerung der Situation. Auch kommen bei Bestrafungen häufig die Opfer zu kurz. Der Tat-Ausgleich ist ein wirksames Ritual zur Bearbeitung von (überwiegend) einseitig verursachten Konflikten. Ziel ist, gewaltbereite Kinder und Jugendliche so mit den Folgen ihres Verhaltens zu konfrontieren, dass sie emotional berührt werden und gleichzeitig die Beziehung zum Kind bzw. Jugendlichen gestärkt wird. Dabei spielt die Einbeziehung des Opfers eine tragende Rolle.

SOZIALTRAINING UND SYSTEMISCHE MOBBINGINTERVENTION

Gibt es ein hohes Konfliktpotential in der Klasse? Oder geht es bei dem Konflikt um das wiederholte Schikanieren Einzelner und man kann daher von einem beginnenden oder schon länger andauernden Mobbingprozess sprechen?

Im Rahmen des Angebots Sozialtraining und systemische Mobbingintervention wird an zwei aufeinander folgenden Vormittagen mit der gesamten Klasse, der Klassenleitung und ggf. weiteren beteiligten Lehrkräften gearbeitet. Zunächst geht es um die Implementierung von Strukturen der Konfliktbearbeitung, von formellen Klassenregeln und um die Verbesserung prosozialer bzw. personaler Kompetenzen.

Im Falle von Mobbing findet eine Intervention statt. Die Intervention konzentriert sich auf schikanierendes Verhalten, nicht auf die Person der „Täter“ bzw. die Suche nach Schuldigen, was die Akzeptanz der Maßnahme erheblich vergrößert. Es werden konkrete Vereinbarungen getroffen, die von der Schulsozialarbeit in den kommenden Wochen thematisiert und kontrolliert werden, um nachhaltigen Erfolg zu sichern.