Erfahrungsbericht einer 5. Klasse mit inklusivem Bildungsangebot (KIBA) des BBZ Stegen an der GMS Schwanau-Ottenheim

 In der Klassenstufe 5 der Bärbel von Ottenheim-Gemeinschaftsschule gibt es seit dem Schuljahr 2013/2014 ein inklusives Bildungsangebot (KIBA). Grundlage ist eine Kooperation zwischen dem Bildungs- und Beratungszentrum für Hörgeschädigte Stegen (BBZ) und der GMS Schwanau-Ottenheim, die als Ganztagsschule geführt wird.

Klassenzimmer

aIn der Lerngruppe mit 25 Schülerinnen und Schülern sind vier Schüler mit einer Hörschädigung, die mit Cochlea Implantaten oder Hörgeräten apparativ versorgt sind. Zusätzlich besucht ein Schüler mit dem Anspruch auf ein Sonderpädagogisches Bildungsangebot der Sprachheilschule diese Klasse. Der Unterricht wird unterstützt durch den Einsatz einer FM-Anlage (drei Lehrermikrofone, ein Mikro für die Schüler). Diese Anlage, die im Unterrichtsgespräch immanent eingesetzt wird, wirkt regulierend auf die gesamte Lerngruppe. Alle Schülerinnen und Schüler werden nach dem Bildungsplan der Haupt- und der Realschule unterrichtet. Für die Schülerinnen und Schüler mit einer Hörschädigung gibt es parallel dazu noch den Bildungsplan für die Schule für Hörgeschädigte. Für 13 Stunden pro Woche war ich in der Klasse parallel zu Klassen- und Fachlehrern tätig. Zusätzlich gab es zwei weitere Sonderpädagogen für 10 Stunden, so dass fast der gesamte Unterricht doppelt besetzt werden konnte. Meine Aufgabe als Lehrkraft aus Stegen bestand in der Unterstützung und Förderung der hörgeschädigten und sprachauffälligen Schülerinnen und Schüler. Dazu gab es Gruppen- und Einzelförderung in wechselnder Besetzung. Die jeweiligen Fachlehrer unterstützten außerdem durch sehr akzentuiertes Sprechen, durch den Einsatz der FM-Anlage und durch den Whiteboard-Einsatz den täglichen Unterricht. Die Planung des Unterrichts lag in der Verantwortung der Lehrkräfte der Bärbel von Ottenheim-Gemeinschaftsschule.

Druck zu Kinderrecht

bRückmeldungen von Schwierigkeiten im Unterricht durch die jeweiligen Kolleginnen und Kollegen wurden in der jeweiligen Förderung aufgegriffen. In Einzelförderung und Gruppenarbeit wurden den Schülerinnen und Schülern mit einer Hörschädigung in Deutsch, EWG, NWA und Englisch sowohl schriftliche als auch mündliche Übungen angeboten.

Dazu kam die Unterstützung von Lernzielkontrollen und Tests. In Mathematik war bei den Schülern mit einer Hörschädigung in dieser Klasse keine Hilfe erforderlich, so dass ein sogenannter Helpdesk eingerichtet werden konnte, an dem alle Schüler bei Bedarf Hilfe und Unterstützung bekommen konnten.

Alle Schülerinnen und Schüler dieser Lerngruppe arbeiten mit Lernwegelisten, die sie weitgehend selbstständig, in Partnerarbeit oder im Team bearbeiten. Die Ergebnisse werden durch Selbstkontrollen bestätigt. Bei Schwierigkeiten hilft der Lernbegleiter. Um festzustellen, ob die Maßnahme erfolgreich war und um den jeweiligen Lernlevel festzustellen, werden in allen Fächern regelmäßige Tests durchgeführt. Die Aufgaben dieser Tests und Lernwegelisten haben differenzierte Aufgabenstellungen, zwischen denen die Schüler frei wählen können:

1 Sternchen (leicht),

2 Sternchen (mittlerer Schwierigkeitsgrad) und

3 Sternchen (schwer).

Im Gespräch mit dem Lernbegleiter wird die Wahl des Schwierigkeitsgrads regelmäßig besprochen und es gibt individuelle Anregungen zur Weiterarbeit. Ebenso gibt es einen Raum für Stillarbeit, das sogenannte Lernatelier sowie unterschiedliche Gruppenräume. Die Lerngruppen (5a und 5b) werden parallel unterrichtet, die Lerngruppenbegleiter sind alle sehr engagiert und arbeiten im Team. Die Lehrer dieser Klassen kommen aus der Realschule, dem Gymnasium und der entsprechenden Sonderschule.

Zum Schulhalbjahr und Schuljahresende erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine verbale Beurteilung für alle Fächer und Verhalten

Bilder zum Ausflug zu den Vogtsbauernhöfen.

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gez. D. Schütz