Unterrichtsangebot

 Bimodal-bilinguales Bildungsangebot


„Die Schule für Hörgeschädigte erkennt und nutzt Mehrsprachigkeit als Chance. Heterogene Lerngruppen und Sprachenvielfalt werden als Gelegenheit verstanden um sprachliches und kulturelles Wissen zu erweitern.“

Bildungsplan 2011 Schule für Hörgeschädigte

 

In allen Klassen wird die Deutsche Gebärdensprache (DGS) als Unterrichtsfach eine Stunde pro Woche unterrichtet. Dabei wird ein Basiswortschatz erarbeitet, grundlegende Grammatikstrukturen eingeführt, spielerisch die Ausdrucksfähigkeit hinsichtlich Mimik, Gestik und Körpersprache verbessert und die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit ausgebaut. Neben der Aneignung der Gebärdensprache erfahren die Schülerinnen und Schüler von weiteren Angeboten der Sprach- und Kulturgemeinschaft der Gehörlosen. 

In einigen Klassen unterrichten wir in mindestens der Hälfte der Unterrichtsstunden bimodal-bilingual, d.h. mit Deutscher Gebärdensprache und Deutscher Laut-, bzw. Schriftsprache. Alle Unterrichtsinhalte werden entweder simultan oder sukzessiv in beiden Sprachen angeboten. Dieses besondere Sprachangebot mit einer klaren Trennung der Unterrichtssprachen intendiert eine Kommunikationsfähigkeit in beiden Sprachen, ermöglicht barrierefreie Kommunikation zwischen allen Schülerinnen und Schülern und verbessert die sozio-emotionale Kompetenz.
Kompetenzen in Deutscher Gebärdensprache sind eine Zusatzqualifikation, welche im Arbeitsleben die Unterstützung durch eine Gebärdensprachdolmetscherin ermöglicht.

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Wir freuen uns sehr, dass wir nach langem Warten und Ringen mit den Finanzen zwei Klassenzimmer mit Whiteboards ausstatten konnten. Die Schülerinnen und Schüler profitieren deutlich von modernen Visualisierungsmöglichkeiten und dem gut zugänglichen Einsatz moderner Technik im Klassenzimmer.
In den bimodal-bilingual unterrichteten Klassen bieten die Whiteboards schnelle und einfache Zugriffsmöglichkeiten auf Material in Deutscher Gebärdensprache.
Die eindeutigen Favoriten bei unseren Schülerinnen und Schülern sind die kabellose Tastatur mit der sie im Sitzkreis für alle sichtbar auf dem Whiteboard tippen können

Arbeit am Whiteboard mit der Funktastatur

und das Schreiben am Whiteboard selbst.

Arbeit am Whitebaord mit dem Stift

 

Computerunterricht

Wir bieten in der Grundschule des BBZ ab dem ersten Schuljahr Arbeit am und mit dem Computer an. Zunächst ist das Ziel, Lernprogramme zu bearbeiten und Grundkenntnisse in Office - Programmen zu erwerben. Im Verlauf der Grundschulzeit werden die Kenntnisse vertieft. Das Erstellen von Präsentationen, die Arbeit mit Tabellen und Textverarbeitung werden angeboten. Dazu gehört die Arbeit mit Bildern, digitale Fotografie mit Bildbearbeitung und die Arbeit mit Inhalten des Internets. Urheberschutz und Gefahren der unsachgemäßen Nutzung des Internets werden ebenfalls thematisiert.

Ziel ist es, allen Schülern für die weiterführende Schule genügend Kenntnisse zu vermitteln, so dass sie in der Lage sind, sich auf Inhalte und nicht auf technische Aspekte zu konzentrieren.

Technik

Wir bieten in der Grundschule des BBZ in der dritten und vierten Klasse das Fach Technik an. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit verschiedenen Materialien, Werkzeugkunde und Verbindungen. Ebenfalls fertigen die Schülerinnen und Schüler Unterrichtsmaterial an. Darüberhinaus werden im Technikunterricht Renovierungsarbeiten im Schulgebäude und in den Klassenzimmern durchgeführt. In der Regel haben alle Kinder am Ende der Grundschulzeit eine Wand gestrichen, Bilder an einer Wand angebracht und vorhandene Löcher in einer Wand beseitigt. Einzelne Projekte werden im Computerunterricht vorbereitet, hierbei steht die Handlungsplanung und der Materialeinsatz im Vordergrund.

Klassen mit inklusivem Bildungsangebot

Inklusion einmal umgekehrt

Dass umgekehrte Inklusion nicht verkehrt ist, möchten wir an der Realisierung der schulischen Inklusion in unserer Grundschule im Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) zeigen.

Bei der Inklusion geht es darum „alle Barrieren in Bildung und Erziehung für alle SchülerInnen auf ein Minimum zu reduzieren.“ (Boban I, Hinz A, 2003 in Index für Inklusion)

Die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung an allgemeinen Schulen ist eine Antwort auf die UN Behindertenrechtskonvention Artikel 24. Eine weitere Antwort kann die umgekehrte Inklusion sein. So individuell wie Lernen erfolgt muss es auch individuelle Lern- und Unterrichtsangebote geben. 

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Für uns als Grundschule mit den sonderpädagogischen Schwerpunkten auf dem Hören und der Kommunikation bedeutet die inklusive Beschulung von Kindern mit und ohne Hörbeeinträchtigung eine Öffnung unseres Bildungsangebotes für alle. Dabei haben gemeinsames Lernen, das Lernen voneinander und (unter anderem) auch das Erlernen von Rücksichtnahme auf Bedürfnisse und Barrieren aller unserer Mitmenschen einen besonderen Stellenwert. Unter Bereitstellung einer optimierten Lernumgebung und eines sonderpädagogischen Bildungsangebotes im Bereich Hören und Kommunikation für hörgeschädigte Kinder fördern wir individuell und setzen am Lernstand des einzelnen Schülers an. Warum soll das nicht auch für Kinder ohne Hörbehinderung gelten? Mit der Öffnung setzen wir am Lernstand aller Kinder, auch derjenigen Schülerinnen und Schüler ohne Hörbehinderung, an. Bildung bekommt so neue Qualitäten und fördert damit wichtige Kompetenzen. Dennoch ist und bleibt es unsere Aufgabe als Grundschule, den Schülerinnen und Schülern mit einer Hörbeeinträchtigung ein spezifisches sonderpädagogisches Bildungsangebot bereitzustellen.

Um die Teilhabe aller zu steigern, braucht der nicht endende Veränderungsprozess von inklusiver Schullandschaft innovative und neue Unterrichtskonzeptionen: auch die umgekehrte Inklusion.