Profil

In den folgenden Seiten finden sie Informationen zur Arbeit der Grundschule des BBZ Stegen.

Leitidee

 "Individuelle diagnosegeleitete Förderung bildet die Grundlage für Kompetenzerwerb und eröffnet Zukunftschancen"

Diese Leitidee haben wir für unser Sommerfest 2010 formuliert. Auch heute in der veränderten Schullandschaft stimmt für uns dieser Satz.

Individuell:

Jedes Kind hat seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, hier ist und muss unser Ansatzpunkt für die schulische Arbeit der Grundschule am Bildungs- und Beratungszentrum für Hörgeschädigte sein. Nur wenn das Angebot für das einzelne Kind passt - passgenau geschaffen wird -, kann ein Zuwachs an Wissen und Bildung stattfinden, damit verknüpft die Möglichkeit zu Aktivität und Teilhabe. 

Diese individuelle Förderung wird unabhängig des Kommunikationssystems angeboten, welches die Kinder in der Vorschulzeit aktiv nutzen. Unser Angebot für lautsprachnutzende Kinder, unser Angebot für gebärdensprachnutzende Kinder und unser Angebot für Kinder ohne gesichertes Kommunikationssystem muss an den Vorkenntnissen der einzelnen Kinder ansetzen und Kommunikationsfähigkeit anbilden, erweitern, vertiefen und absichern.

diagnosegeleitet:

Nur wenn wir wissen, welche Bedürfnisse das Kind hat, können wir ein passgenaues Angebot machen. Dazu helfen Beobachtungen, standardisierte Testverfahren und deren Ergebnisse und die Kenntnis des Hörstatus des Kindes.

Kompetenzerwerb:

Die vorhandenen Bildungspläne schreiben nicht mehr einzelne Inhalte vor, die verbindlich zum Zeitpunkt x angeboten werden müssen, sie schreiben sinnvollerweise Kompetenzen vor, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erworben sein sollen. Diese kindgerecht formulierten Ziele der Grundschule sind die Grundlage für eine erfolgreiche Schullaufbahn, sie werden je nach Bildungsgang anders formuliert, zielen aber auf "das Leben nach der Schule" ab. Für das weitere Leben sind diese Kompetenzen notwendig um selbstbestimmt aktiv zu sein und teilzuhaben am Leben in der Gesellschaft.

Zukunftschancen:

In der Grundschule werden die wichtigsten Kulturtechniken und das Basiswissen vermittelt, ohne fundierte Kompetenzen zu diesem frühen Zeitpunkt, ist der weitere schulische Werdegang und der Zugang zu Weltwissen und die "Alltagstauglichkeit" nur erschwert erreichbar.

Wir wollen mit unserer Arbeit mit hörgeschädigten Kindern erreichen, dass ungeachtet der Anfangsschwierigkeiten, angepasst an die Notwendigkeiten des Lebens, die Arbeit der Frühpädagogik fortgeführt wird und somit die Grundlagen für Aktivität und Teilhabe gelegt werden. 

Angebote

Wir bieten sowohl den Bildungsgang Grundschule mit dem Bildungsplan 2004, als auch den Bildungsgang Förderschule in jahrgangsübergreifenden Klassen an. Voraussetzung ist der festgestellte Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Sinne der Hörgeschädigtenschule. Zunächst beginnen alle Kinder gemeinsam in unserer Eingangsstufe. In kleinen Klassen lernen sie mindestens zwei Schuljahre die grundlegenden Inhalte des Lesens, Rechnen und Schreibens, wie an allgemeinen Grundschulen auch. Bei Bedarf kann diese Zeit um ein Schuljahr verlängert werden. Nach maximal drei Schulbesuchsjahren wird die Klasse gewechselt. Zu diesem Zeitpunkt wird dann auch mit Ihnen gemeinsam geklärt, ob ein zusätzlicher Förderbedarf im Sinne der Förderschule besteht. In den verbleibenden Grundschuljahren differenzieren wir unser Angebot. Zum einen verfolgen wir den Bildungsplan der Grundschule, im Förderschulbereich ist unser Ansatz handlungsorientierter. Ihr Kind hat dabei den Anspruch auf 5 Grundschuljahre, um den Stoff des Bildungsplanes der Grundschule zu erwerben. In allen Klassen wird ebenfalls der Bildungsplan der Hörgeschädigtenschule umgesetzt. Dies beinhaltet auch ein differenziertes Angebot in deutscher Gebärdensprache. Je nach Notwendigkeit wird das Angebot in deutscher Gebärdensprache im Unterricht unterschiedlich gestaltet: Entweder als zusätzlicher Bereich im Fach Deutsch, oder als Unterrichtssprache gleichberechtigt zur Lautsprache. Die bimodalen Klassen sind in der Regel mit einem Lehrerteam versorgt, die überwiegend zu zweit den Unterricht halten.

Auch für "Quereinsteiger" aus allgemeinen Schulen bieten wir ein passendes Angebot. 

Das Angebot in Stichworten:

- Bildungsgang Grundschule

- Bildungsgang Förderschule

- Eingangsstufe

- differenzierte Angebote

- individualisierte Angebote

- Jahrgangsübergreifende Klassen

- Lautsprache und deutsche Gebärdensprache gleichberechtigt

- gemeinsamer Unterricht in Klassen mit Kindern mit unterschiedlichen Kommunikationssystemen

- Unterricht bimodal in Lautsprache und Gebärdensprache

- Freiarbeit nach Montessori

- mehr Unterrichtstunden als in der allgemeinen Schule

- zusätzliche Angebote: Computerunterricht ab 1. Schulbesuchsjahr, Technikunterricht in Klasse 3-4, Unterricht mit Whiteboard in Klasse 3-4, Schwimmunterricht ab Klasse 1

- Hörgeschädigtenkunde: Hörtaktik, Hörtechnik

- Einsatz von FM - Anlagen

- kleine Lerngruppen in guter akustischer Raumsituation

- Projektunterricht 

- intensive Zusammenarbeit mit Eltern

Zuständigkeit

Wir sind zuständig für alle schulpflichtigen hörgeschädigten Kinder im Grundschulalter (siehe auch Einzugsgebiet). Für eine Beschulung im BBZ ist es notwendig, den Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot festzustellen. Dies ist nicht nur zu Beginn der Schulpflicht möglich, sondern auch dann, wenn Sie zunächst für ihr Kind den inklusiven Weg in der Schule vor Ort gewählt haben. Sollte hier die Förderung nicht mehr ausreichend gegeben sein, besteht die Möglichkeit, den Förderbedarf nachträglich zu überprüfen und gegebenenfalls festzustellen. Unsere Mitarbeiter des sonderpädagogischen Dienstes können Sie hierbei unterstützen. Auch der Kontakt zu unserer Beratungsstelle ist hier hilfreich. Sowohl die audiologische Diagnostik, als auch die psychologische Diagnostik können zur Entscheidungsfindung kostenfrei hinzugezogen werden.

Einzugsgebiet

Wir sind zuständig für hörgeschädigte Kinder im Regierungsbezirk Freiburg. Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich von der Ortenau bis Weil, von Weil bis zum Bodensee nach Konstanz. Es gehört auch der Bereich südlich der B 31 dazu.

Täglich werden hörgeschädigte Kinder aus dem Bereich Emmendingen bis Bad Krozingen und aus dem Hochschwarzwald zu uns in die Schule gebracht.

In diesem Bereich gibt es für unsere Grundschüler einen organisierten Bustransport: Aus dem Wohnort bis zur Schule und wieder zurück.

Weiter entfernt wohnende Kinder besuchen unser Internat.

Entsprechend sind unsere Unterrichtszeiten angepasst. Wir beginnen Montags um 9.30 Uhr sowohl für Internatskinder als auch externe Kinder. Am Freitag endet der Unterricht um 13.00 Uhr.

Da wir ein Ganztagesangebot haben, findet die Busrückfahrt unter der Woche für unsere externen Schüler gegen 16.35 Uhr statt.

Diagnostik

Wir bieten im Verlauf der Grundschulzeit Diagnostik an. Anhand offener Fragestellungen aus psychologischer Sicht oder im Bereich der Audiometrie besteht die Möglichkeit im Hause auf die Ressourcen der Beratungsstelle und der Schulpsychologen zurückzugreifen. Die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten für die angemessene Förderung Ihres Kindes fließen dann in die Unterrichtsgestaltung mit ein. Wir arbeiten dazu eng mit dem CI - Zentrum in Freiburg, behandelnden HNO Ärzten, Akustikern, Therapeuten und anderen Einrichtungen zum Wohle Ihres Kindes zusammen. Für Internatskinder gibt es auf dem Gelände eine Krankenstation, die die gesundheitliche Fürsorge unter der Woche in enger Absprache mit Ihnen übernimmt.

Diagnostik in der Grundschule in der Übersicht:

- jährliche Überprüfung des Hörstatus und der Anpassung der Hörhilfen

- (halb)jährliche Erarbeitung eines Förderplanes, Erhebung des schulischen Leistungstandes 

- Schuleingangsdiagnostik

- im 3. Schulbesuchsjahr bei Bedarf der kognitiven Leistungsfähigkeit

- Diagnose- und Vergleichsarbeiten

- Sprachstandsdiagnostik

- Bei Bedarf im 4. und/oder 5. Schulbesuchsjahr bei anstehendem Übergang in die weiterführende Schule Diagnostik der kognitiven Leistungsfähigkeit.

Ausbildungsschule

Die Grundschule ist seit vielen Jahren Ausbildungsschule der neuen Sonderschullehrerinnen und -lehrer. Die Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, Abteilung Sonderschulen und den Hochschulen und ist intensiv und fruchtbar. Wir profitieren als Einrichtung von den neuen Forschungen in der Pädagogik, die die Praktikantinnen und Praktikanten und die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter mitbringen. Der Unterricht bei uns ist entsprechend modern ausgerichtet und orientiert sich stets an aktuellen pädagogischen Entwicklungen.

Übergänge

Die Grundschule bietet vielfältige Möglichkeiten für den Besuch der weiterführenden Schule. Es besteht die Möglichkeit in der Einrichtung die Haupt- und Werkrealschule, die Realschule und das Aufbaugymnasium ab Klasse 7 zu besuchen. Wir kooperieren vor Ort mit Schulen im Dreisamtal im Bereich der weiterführenden Schulen.

Darüberhinaus besteht in allen Schulbesuchsjahren die Möglichkeit, bei entsprechender Entwicklung in eine unserer Klassen mit inklusivem Bildungsangebot oder in die wohnortnahe Grundschule zu wechseln. Diese Möglichkeit sprechen wir von unserer Seite immer bei den Förderplangesprächen an, sind auch offen für Ihre Wünsche.

Nach der Grundschulzeit besteht ebenfalls die Möglichkeit, an die allgemeine Schule zu wechseln.

Eine besondere Möglichkeit besteht für die Kinder, die einen Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot haben: Sie können in der Grundschulzeit für ein 5. Grundschuljahr zu uns an die Einrichtung wechseln, um Lücken im Grundschulstoff zu schließen und weitere Inhalte zu sichern, Voraussetzung hierfür ist eine entsprechende Feststellung dieses Anspruches zu Beginn des 2. Halbjahres des 4. Grundschuljahres vor Ort. Hier berät sie unser sonderpädagogischer Dienst gern.